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Vortrag Werk Tanne

Vortrag Werk Tanne

Vortrag bereits ausgebucht

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten begannen die ersten Planungen für einen massiven Ausbau der Spreng- und Kampfstoffproduktion in Deutschland. Dazu gehörte auch die heute nur unter dem Tarnnamen „Werk Tanne“ bekannte TNT-Produktionsstätte am Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld. Das Werksgelände ist zum größten Teil bewaldet und befindet sich in privater Hand. Der Großteil der Fläche ist jedoch wegen des dort vorhandenen Gefährdungspotenzials immer noch nicht frei zugänglich.

Bereits Anfang 1934 hielten NS-Rüstungsexperten im Oberharz Ausschau nach einem geeigneten Gelände. Dabei wurden sie bei Clausthal fündig. Ende 1936 war die Sprengstoff-Fabrik in ihren Grundzügen bereits fertiggestellt. Wie viele Schwesterwerke war auch Tanne ein sog. "Schlafwerk", das nach seiner Fertigstellung zunächst "eingemottet" wurde, um dann kurz vor dem Überfall auf Polen in Betrieb genommen zu werden.

In der Sprengstoff-Fabrik Tanne wurde zum einen der Sprengstoff Trinitrotoluol (TNT) hergestellt, weiterhin wurden TNT und andere angelieferte Sprengstoffe in Bomben, Minen und Granaten abgefüllt. Ein wichtiger dritter Bereich war die Sprengstoffaufbereitung aus Fehlchargen und Beutemunition. Reste der Sprengstoffe und ihre hochgiftigen Abbauprodukte, die z.T. krebserregend sind, finden sich bis heute im Werk und im Grundwasser unter dem Werk und belasten die Umwelt. Zwar wurden die Clausthaler Pfauenteiche saniert und mit Wasserrückhaltebecken versehen, aber das stoppt nur einen Teil der Umweltbelastung. Sogar im Wasser des 13 Lachter-Stollens bei Wildemann und des Ernst August-Stollens bei Gittelde konnte das Gift aus Werk Tanne nachgewiesen werden. Die Abwässer waren so giftig, dass eine Abwasserleitung des Werks bis nach Osterode gebaut wurde, wo die Giftstoffe in Schluckbrunnen bei Petershütte versenkt wurden. Wohin sie von dort unterirdisch flossen, ist bis heute nicht ganz klar. Der Neutralisationsschlamm der Kläranlage des Werks Tanne wurde z.T. mitten im Stadtgebiet von Clausthal-Zellerfeld abgelagert, so im Bereich des Ostbahnhofs und eines ehemaligen Sportplatzes. Der Schlamm enthält bis heute ein erhebliches Potential krebserregender Stoffe.

Dieses geheimnisvolle Werk stellt eine bis heute brisante Altlast im Stadtgebiet von Clausthal-Zellerfeld dar. Was steckt dahinter? Der Harzer Geologe Dr. Friedhart Knolle vom BUND-Regionalverband Westharz referiert zum lange verdrängten Thema der Rüstungsaltlast Werk Tanne in Clausthal-Zellerfeld.

Beginn ist um 17:30 Uhr. Vortragsort ist der Besprechungsraum 1. Stockwerk im Roten Haus, Bäckerstr. 7, 38678 Clausthal-Zellerfeld. Der Einlass findet ebenda statt. Eintritt an diesem Abend ist frei, Spenden werden erbeten. 

Vortrag bereits ausgebucht. 

Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung bis zum 20.03. um 10 Uhr im Museum, unter 05323 98 95 0 oder info@bergwerksmuseum.de gebeten.