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Hochbetrieb am Denkmal-Wochenende

Sehr zufrieden ist das Oberharzer Bergwerksmuseum mit dem Besucherinteresse rund um den Tag des offenen Denkmals.

Mit der Tagesförderbahn ging es im halbstündigem Takt zum Ottiliae-Schacht. © Welterbe im Harz.

Am Wochenende vom 11. bis 12. September hatten das Oberharzer Bergwerksmuseum und sein Förderverein, der Oberharzer Geschichts- und Museumsverein (OGMV), vielfältige Aktionen und
Erlebnisse im Programm. Sonderfahrten mit der Dampflok „Fabian“ zum Ottiliae-Schacht am Samstag und Sonntag waren trotz des harztypischen Schmuddelwetters am Vormittag ordentlich frequentiert. Führungen und Bahnbetrieb im Halbstundentakt über zwei volle Tage forderten allen ehrenamtlich und professionell Beteiligten jedoch einiges ab. Die Ehrenamtlichen vom Museumsverein und vom Verein Pro Dampf wurden unterstützt durch UNESCO-Welterbe-Guides des Museums. Beide Vereine stellen mit Genugtuung fest, dass vor Allem durch solche öffentlichen Aktivitäten der letzten Zeit einige
jüngere Mitstreiter als Nachwuchs gewonnen werden konnten.

Das absolute Highlight am Samstag bildeten fraglos die Nachtfahrten mit der Dampflok, die bis 22 Uhr vom alten Bahnhof zum Schacht pendelte. Einige Fahrgäste erschienen stilvoll in
bergmännischer Kleidung mit brennendem Geleucht, deren flackernder Schein die nächtliche Landschaft magisch verwandelte. Bereits zum zweiten Mal waren die gestandenen Bergleute der
Foto-Künstler-Gruppe Lichtwechsel.Ruhr „vor Ort“. Von der blauen Stunde nach Sonnenuntergang bis tief in die Nacht hinein illuminierten der Werra-Kalibergmann Rene Wessollek und der
Ruhr-Kohlekumpel Wolfang Schubert den Ottiliae-Schacht samt dampfender Lokomotive stimmungsvoll in bunten Farben. Am Sonntag den 12. September, dem Tag des offenen Denkmals,
war das Wahllokal 9 für die diesjährigen Kommunalwahlen der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld in den Räumlichkeiten des Oberharzer Bergwerksmuseums eingerichtet.


Als Anreiz besonders für Einheimische mal wieder ihr Museum zu besuchen, galt an diesem Tag erstmals ein „Zahl was Du willst“ Tag. Alle Gäste konnten am Wahl- und Denkmal-Sonntag selbst
ihren Eintritt inkl. Führung bestimmen.


Exklusiv zum Tag des offenen Denkmals startete vom Oberharzer Bergwerksmuseum eine neue Stadtführung „Orte des Wissens“. Nach Besuch der Modellkammer im Museum führte der Weg zur
Zellerfelder Schule und zur ehemaligen Superintendentur im Zellweg 20, zeitweise das Wohnhaus Caspar Calvörs. Welterbe-Guide Kirsten Wiemker und Hausbesitzer Olaf Mussmann stellten das Haus und seine Bewohner vor. Aktuelle Fragen der Denkmal-Sanierung und des einzigartigen Stadtbildes im Oberharz kamen aus Anlass des Denkmaltags zur Sprache. Im Mittelpunkt der historischen Betrachtung im Stadtrundgang stand die Bergstadt Zellerfeld als Ort bürgerlicher Bildung und des kultivierten Austausches im Geiste der Aufklärung. Weiter führte die Tour mit rund einem Dutzend Teilnehmern zum Unteren Eschenbacher Teich, wo Leibniz Versuche zur Pump-Speichertechnik durchführte, über historische Institute und Professorenhäuser der Bergakademie Clausthal bis hin zur Aula der TU Clausthal.
Im Ergebnis besuchten allein 791 Gäste den Ottiliae-Schacht.

Insgesamt frequentierten das Oberharzer Museum, das außer dem „Zahl was du willst Sonntag“ noch Besichtigungen der Oberharzer Wasserwirtschaft und die Harzer Wanderwochen am Zellerfelder Kunstgraben anbot, am Wochenende 1.177 Gäste.


„Wir freuen uns natürlich sehr über starke Besucherzahlen, die vor allem eines zeigen: trotz des Umbaus sind wir nicht nur für die Gäste des Harzes, sondern auch für die einheimische Bevölkerung ein attraktives Ausflugsziel“ so Museumsleiter Ulrich Reiff.


Ein positiver Meilenstein in insgesamt schwierigen Coronajahren: Seit die Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz im Jahr 2014 die Trägerschaft des Museums übernommen hat, war der August 2021 der besucherstärkste Monat seit über einem Jahrzehnt.